GOLF
IST EIN BEIDHÄNDIGES SPIEL !
(Oktober 2002)
Liebe Golffreunde! Die Sommersaison
ist wieder mal viel zu schnell vorbei gegangen. Bei einigen von Ihnen
hoffentlich mit dem gewünschten Erfolg. Für die anderen
gilt es um so mehr : üben, üben üben.
Aber natürlich richtig, den vom
Einüben einer Bewegung die nur schwer wiederholbar ist oder dem
Tunierdruck nicht stand hält wird Ihr Spiel nicht besser.
Diejenigen von Ihnen, die regelmäsig
zu mir zum Unterricht kommen, wissen, dass ich sehr viel Wert auf den
Einsatz der linken Hand im Abschwung lege, obgleich in keinem
gängigen Golfbuch davon die Rede ist.
Das liegt vor allem daran, dass
Golfbücher überwiegend von Pros geschrieben werden, die
das Spiel als Kinder gelernt haben, für die es also
selbstverständlich ist, das die linke Hand ihren Platz im
Bewegungsablauf kennt und nicht besonderer Aufmerksamkeit bedarf.
Wie viele von Ihnen wissen habe ich
meinen ersten Golfschläger mit 35 Jahren in Händen
gehalten. Bis dahin war mein linker Arm und meine linke Hand nur zur
Zierde da, d.h. ich war nicht besonders geschickt damit.
Obwohl ich
von Anfang an den Ball meist recht ordentlich traf, sah ich auf Video
doch einen erheblichen Unterschied zwischen meiner damaligen
Impact-Position und der von Tourspielern. Durch einen zu frühen
Einsatz der rechten Hand ( es war ja auch die einzige die ich spürte,
die Linke war ein absoluter Fremdkörper ) waren die Hände
nicht vor dem Ball, also links, sondern im besten Fall auf einer Höhe
und ein hoher Ballflug mit wenig Druck nach vorne war das Ergebnis.
Die einzige Möglichkeit, das zu
ändern, ist ZUG mit der LINKEN HAND im Abschwung, anstatt mit
der rechten Hand von oben nach dem Ball zu schlagen.
Der Zug mit der
linken Hand am Schlägergriff in Richtung rechte Hosentasche
lässt den Schlägerkopf automatisch auf der richtigen
Schwungebene durch den Ball schwingen. Auch die rechte Schulter
bleibt zurück und eine „ over the Top „ Bewegung, die
verbreiteste Schwungbewegung im Golf, ist nicht mehr möglich. (
over the Top = eine Schlagbewegung von oben ausserhalb der
eigentlichen Schwungbahn nach unten innen. Führt unweigerlich zu
kurzen, hohen Schlägen die nach links starten und je nach
Schlägerblattstellung links oder rechts enden.)
Machen Sie folgende Übung: Legen
Sie einen Schläger parallel zu Ihrer Ansprechhaltung auf den
Boden, stecken ein Tee 5cm innerhalb und sprechen Sie es mit einem E
7 an.
Schwingen Sie mit beiden Händen
zurück und stoppen Sie am höchsten Punkt. Lassen Sie mit
der rechten Hand los und ziehen Sie mit der Linken den Griff in
Richtung Ihrer rechten Hosentasche.Das Gewicht aufs linke Bein
verlagern und Sie werden sehen, wie mühelos der Schläger
von innen kommend das Tee trifft und nach VORNE schwingt, also einen
geraden Ballflug produziert.
Wenn Sie also nicht das Glück
hatten, als Jugendlicher dieses "beidhändige“ Spiel zu
lernen, müssen Sie Ihre Aufmerksamkeit Ihrem "schwachen "
Arm widmen, da der die 20, 30 oder gar 40 Jahre Vorsprung des rechten
Arms im Umgang mit Sportgeräten nicht so einfach aufholen kann.
Probieren Sie es mit obiger Übung
und Sie werden den Erfolg sehr schnell auch auf dem Platz sehen.
Viel Spass beim Üben
John J. Roethling
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
(März 2003)
Liebe Golffreunde!
Unter den vielen Anfragen ist eine
besonders häufig: „ Muss ich mit dem Holz flacher schwingen
als mit den Eisen ? Ist es der gleiche Schwung ?“
Ja, es ist der gleiche Schwung. Aber
die Zielsetzung, das was wir mit dem Schläger erreichen wollen,
ist ganz unterschiedlich.
Was wir ändern müssen , ist unser
Setup.
1. Situation : Der Ball liegt auf dem
Fairway und wir benützen ein Eisen ( W – E5 ).
Unser Ziel ist es, zuerst den Ball und
dann den Boden zu treffen ( liegt der Ball am Boden, kommt man nicht
unter den Ball, ausser man schaufelt Erde und Gras mit, trifft den
Ball also „fett“ ).
Damit wir zuerst den Ball treffen, brauchen
wir einen steilen Eintreffwinkel, wir müssen von oben nach unten
schlagen.
Unser Setup: Ballposition mittig, die Hände sowie das
Brustbein ( unser Schwungmittelpunkt ! ) auf oder gar vor dem Ball (
siehe Ausgabe November ). Der Tiefpunkt unseres Schwungkreises ist
ca.5cm links von der ursprünglichen Ballposition. Wir treffen also den Ball
und nehmen dann das Divot. Das der Ball in die Luft geht liegt an
der Neigung des Schlägerblattes.
Merke: Liegt der Ball auf dem Boden,
können wir agressiv von oben nach unten durch den Ball schlagen
und dabei Gewicht und Hände nach links auf oder vor den Ball
bringen.
Übung: Stecken Sie ein Tee in den
Boden und schwingen sie danach. Die Bodenberührung muss links
nach dem Tee sein !
2.Situation : Der Ball ist aufgeteet
und Sie haben ein Holz in der Hand. Unser Ziel ist es, den Ball nach
oben zu schlagen. Dazu müssen wir die Ballposition weiter nach
links versetzen, gegenüber dem linken Absatz. Unser Schwungkreis
hat seinen Tiefpunkt immer gegenüber unserem Brustbein. D.h., um
den Ball nach oben zu schlagen, muss unser Körper und die Hände
hinter dem Ball bleiben, der Tiefpunkt im Schwungkreis also ca. 5cm
rechts vom Ball. Dabei sollten wir natürlich keine
Bodenberührung haben.
Merke: Ist der Ball aufgeteet, darf es
keine Berührung im Schwungverlauf mit dem Boden geben. Wir
müssen rechts vom Ball bleiben, um den Ball im Aufwärtsschwung
zu treffen.
Übung: Stecken Sie ein Tee
gegenüber dem linken Absatz in den Boden. Schwingen Sie danach
und achten darauf, das Ihre Schwungkurve zum Tee nach oben führt.
Durch das geänderte Setup und die
unterschiedliche Zielvorstellung, dazu der längere Schaft des
Holzes ergibt sich ein anderer Schwungverlauf ohne das Sie während
des Schwunges etwas ändern müssen.
An dieser Stelle möchte ich mich
bei all meinen Schülern und Lesern bedanken, wünsche Ihnen
eine erfolgreiche Golfsaison und hoffe Sie im Oktober an gleicher
Stelle , vielleicht mit etwas niedrigerm Hcp oder doch zumindest noch
mehr Spass am Spiel begrüssen zu können.
John J. Roethling
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Februar 2004
Liebe Golffreunde!
Heute möchte ich auf die Frage
eingehen: "Warum gehen meine Bälle immer nach …( rechts,
links, etc. ) " .
Ballfluggesetze:
Da ein
Golfball keine Eigendynamik hat, hängt seine Flugbahn einzig
davon ab, wie er vom Schläger getroffen wird.
Die 4 Kriterien sind : Schwungbahn (
Path ), Eintreffwinkel, Schlägerkopfgeschwindigkeit und
Blattstellung im Treffmoment ( gerade, offen, geschlossen ).
Der
Eintreffwinkel ist für die Flughöhe und die
Schlägerkopfgeschwindigkeit ist für die Weite des Schlages
verantwortlich.
Für die Richtung sind Schwungbahn
und Blattstellung im Treffmoment zuständig, und genau in der
Reihenfolge.
Wenn Sie den Schläger entlang der
Ziellinie ( Targetline ) schwingen und das Blatt im Treffmoment
gerade ( square ) ist, kann der Ball nur gerade fliegen. Starten Ihre
Bälle gerade und biegen nach 2/3 der Flugbahn plötzlich
nach links ( Hook ) oder rechts ( Slice ) ab, dann war Ihre
Schwungbahn gerade, das Blatt jedoch geschlossen (closed ) oder offen
(open ), das heisst, im Verhältnis zu Ihrer Ziellinie nach
links oder nach rechts verkantet.
Führt Ihre Schwungbahn von aussen
(outside ) nach innen,
dann startet Ihr Ball nach links. Ist
das Schlägerblatt im Verhältnis zur Schwungbahn gerade,
spicht man von einem Pull und Sie finden Ihren Ball am linken
Fairwayrand oder im leichten Rough. Ist das Blatt geschlossen, wird
es ein Pullhook und der Ball verschwindet im Dicken.
Sehr oft bleibt aber das Blatt
geöffnet (durch blockieren der Handgelenke) und der Ball der
nach links gestartet ist " faded " zurück Mitte Spielbahn,
kurz aber o.k.
Wer es schafft, den Schläger von
innen ( inside ) an den Ball zu bringen, und das Blatt im Treffmoment
zu schliessen, der bekommt als Flugbahn die begehrte
Rechts/Linkskurve, den Draw !
Bleibt das Blatt gerade, bleibt auch
der Ballflug gerade, also rechts (push). Ist das Blatt im
Treffmoment geöffnet, startet der Ball nach rechts und biegt
noch weiter rechts ab ( push slice ).
Nur wer die Ballfuggesetze kennt und
seine Flugkurve genau beobachtet, kann in sein Spiel eingreifen wenn
es nötig ist. Probieren Sie auf der Driving Range , den Ball
gerade, nach rechts oder nach links starten zu lassen und beobachten
Sie wie er landet. Entsprechend war Ihre Schlägerblattstellung
im Treffmoment.
Viel Spass beim Üben
John J. Roethling
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Saubere Eisenschläge
Liebe Golffreunde!
Es ist sicher ein schönes
Gefühl, gute Abschläge mit dem Driver zu produzieren.
Auch Fairwayschläge mit dem
Holz geben uns eine gewisse Befriedigung.
Aber erst wenn wir unsere Eisen so
treffen, wie wir es von den Stars im TV sehen, wissen wir, dass wir
dem Geheimnis des Golfspielens nahe kommen.
Der Grund ist einfach:Beim Schlag
mit dem Eisen zum Grün offenbart sich, ob wir verstanden haben,
wie das Spiel funktioniert!!!
Wer hat es nicht schon erlebt: Beim
Versuch, den Ball flach unter einem Baum zurück auf den Fairway
zu schlagen, schiesst der Ball nach oben und bleibt in den Zweigen
hängen!
Wenn Sie den Ball hoch über ein
Hindernis spielen wollten, verlies er kaum die Grasnarbe!
Warum passiert so etwas?
Ein Schlag mit dem Eisen ist deshalb
so schwierig, weil alles was Ihr Instinkt sagt, es sei richtig, in
Wirklichkeit total falsch ist!!!
Um mit den Eisen solide Schläge
zu produzieren, was wiederum ein Muss ist für Längenkontrolle,
müssen Sie nach Unten schlagen und den Ball mit der
Schlagfläche gegen den Boden pressen. Das erzeugt
Backspinn, der, kombiniert mit der Schlagflächenneigung
des verwendeten Eisens, den Ball in die Luft befördert.
Die folgenden Tipps sollten Ihr
Eisenspiel zu neuen Höhen führen.
Lernen Sie von Ihrem Divot
Bei einem guten Eisenschlag trifft
man zuerst den Ball, dann den Boden.
Wenn Sie das nächste mal auf
der Driving Range üben, stecken Sie ein Tee ca. 3cm ausserhalb
der Ziellinie auf Höhe des Balles in den Boden.( Bild 1)
Schlagen Sie den Ball mit einem Eisen 7. Wenn Sie den Ball zuerst
treffen, fängt das Divot links vom Tee an ( Bild 2). Wenn
das Divot etwas vor dem Tee anfängt, haben Sie den Ball fett
getroffen und Länge und Genauigkeit geopfert.
Übungsziel:Schlagen Sie 10 Bälle hintereinander bei denen das Divot
links vom Tee beginnt.
Wenn Sie häufig flache
„Wurmtöter“ spielen oder das Divot weiter fliegt als der
Ball, dann sind die Chancen gross, dass Sie mit einer Flippbewegung
der Handgelenke versuchen, den Ball in die Luft zu bekommen.( Bild 3
) Das bringt die Kante des Schlägers zum Ball mit dem
gegenteiligen Effekt, den Sie beabsichtigt haben, oder Sie treffen
Gras und Erde vor dem Ball wobei diese dann mehr Schwung abbekommen
als der Ball:-)
Im Treffmoment sollte der Handrücken
Ihrer linken Hand zum Ziel zeigen und das rechte Handgelenk noch
leicht nach hinten gewinkelt sein (Bild 4).
Um Ihre Impactposition zu
überprüfen, teen Sie Ihren Ball auf und stecken ein Tee auf
der Ziellinie ca. 5cm links vom Ball in den Boden. Versuchen Sie
jetzt den Ball und dann das Tee zu treffen!( Bild 5+6 )
Übung:Ball in Standmitte aufteen. Das rechte Knie beugen und mit der
Fußspitze abstützen.
Schlagen Sie jetzt den Ball. Sie
werden merken, dass Sie, indem Sie den rechten Fuß zurücknehmen,
sich nicht mehr vom Ziel wegbewegen können, wenn Sie die
Ausholbewegung machen. Statt dessen werden sie über Ihrem linken
Fuß rotieren und mit einem nach unten gerichteten Schlag die
Rückseite des Balles treffen (Bild 7+8)
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Liebe Golffreunde!
Das Golfspiel mit
seinem komplexen Bewegungsablauf stellt uns alle auf verschiedenste
Weise immer wieder vor neue Herausforderungen. Auf Grund unserer
individuell unterschiedlichen Bewegungsmöglichkeiten, sind die
Problemlösungen auch sehr auf den Einzelnen abzustimmen, d.h.
was für Spieler A die erste Runde seines Lebens unter 90
bedeutet, bringt womöglich Spieler B von bisher 100 Schlägen
direkt auf 120 pro Runde !
Ein Wunsch ist jedoch gleich ,bei
Frauen und Männern, ob Hcp 18 oder 36: mehr LÄNGE !
Auch der Grund für die zu geringe
Schlagweite ist ( meistens ) der Gleiche: Chickenwing im Teffmoment meist kombiniert mit zu
aktiver rechter
( bei RH ) Hand ( Bild 1 ).
Länge im Golf ergibt sich durch
SCHNELLIGKEIT ! Sonst könnte ein David HOWELL III mit einem
Gewicht von 60 kg nicht einer der längsten Hitter der US Tour
sein ( Schnitt 300 yards ). Natürlich hilft richtig eingesetzte
Kraft in Kombination mit Schnelligkeit den Ball noch weiter zu
schlagen ( siehe Tiger Woods ). Vor allem brauchen wir die Kraft,
einen schnellen Schwung zu stehen, also nicht aus der Balance zu
kommen, da sonst unser Gleichgewichtssystem eingreift, um uns vor dem
Umfallen zu bewahren. Leider zerstört es dabei unseren
Schwungablauf, da es keine Rücksicht auf unseren Wunsch nimmt,
den Golfball soweit wie möglich zu schlagen.
Wie erreichen wir nun SCHNELLIGKEIT und
richtig eingesetzte KRAFT ?
Eine der besten Übungen dafür
nenne ich POWERCHIPS, da es die Bewegung vom Chip ist, jedoch nicht
mit Gefühl , sondern mit Druck ausgeführt. Der Druck kommt
aber nicht aus den Armen und Händen ( diese bleiben den ganzen
Schwung über Passiv! ) sondern aus dem Körper durch die
Gewichtsverlagerung.
Nehmen Sie Ihre Ansprechposition ein
und simulieren Sie den Treffpunkt, d.h. Gewicht zu 80% aufs linke Bein ( für RH ) ,
Hände vor den Ball, Körper auf dem Ball ( Bild 2 ).
Aus dieser Position machen Sie den
Rückschwung bis max. Hüfthöhe ( bitte kontrollieren
lassen ! ) und drehen kraftvoll mit der Hüfte durch den Ball.
Kein Schlagen mit den Händen und Armen! Der Durchschwung wird in
Hüfthöhe kontrolliert abgestoppt. Ihr Gewicht sollte jetzt
zu 90% auf dem linken Bein sein, Hüfte zum Ziel gedreht, linkes
Handgelenk gestreckt,
der Schläger bildet eine Linie mit
dem LINKEN ARM ! ( Bild 3 )
Nehmen Sie für diese Übung
Eisen 8 oder 9 und benoten Sie Ihren Durchschwung. Üben Sie
einige Wochen und Ihre Gewichtsverlagerung wird besser werden.
Dadurch kann der linke Arm gestreckt durch den Ball und Sie werden
den Ball weiter und gerader schlagen.
Viel Spass und Erfolg beim Üben
John J. Roethling